Intune Remote Help jetzt in Microsoft 365 E5 — so klären Sie, ob Sie das Add-on noch brauchen
Intune Remote Help war bislang eine separate Kaufentscheidung. Wer die Funktion nutzen wollte, brauchte entweder ein eigenständiges Add-on oder eine Intune Suite-Lizenz — beides kostenpflichtig obendrauf. Das ändert sich: Microsoft hat die erweiterten Remote Help-Funktionen jetzt in die Microsoft 365 E5-Lizenz aufgenommen. Für Unternehmen, die bereits E5 einsetzen, ist das eine echte Lizenzfrage — und sie lohnt sich zu klären.
Was Intune Remote Help von einem einfachen Fernzugriff unterscheidet
Remote Help ist kein weiterer Quick-and-dirty-Fernzugriff-Client. Die Funktion ist direkt in das Microsoft Intune-Portal integriert und nutzt die Entra ID-Identitäten Ihrer Endgeräte. Das hat praktische Konsequenzen: Helpdesk-Mitarbeitende sehen bei einer Sitzung sofort, wer das Gerät nutzt, welchen Compliance-Status es hat, und können — je nach Konfiguration — entweder nur mitsehen oder die vollständige Steuerung übernehmen.
Der unterstützte Nutzer sieht dabei immer, wer sich verbindet — die Verbindung wird durch Identitäten auf beiden Seiten abgesichert. Kein anonymer Zugriff, keine offenen RDP-Sitzungen, keine Passwort-Weitergabe per Telefon.
Technisch relevanter Unterschied zu freien Alternativen: Jede Sitzung wird in Intune protokolliert. Wer wann welches Gerät unterstützt hat, ist revisionssicher nachvollziehbar. Das ist für Umgebungen mit Compliance-Anforderungen — ISO 27001, NIS-2 oder interne Dokumentationspflicht — kein unwichtiges Detail.
Voraussetzung ist, dass die Endgeräte in Intune verwaltet werden (Entra ID-joined oder hybrid-joined). Remote Help funktioniert nicht außerhalb dieses Verwaltungsrahmens — das ist gleichzeitig seine Stärke und seine Grenze.
Was neu ist — und warum das für E5-Kunden zählt
Bis jetzt war Remote Help ein Add-on. Wer Intune für das Gerätemanagement nutzte, aber Remote Help wollte, musste zusätzlich entweder die Intune Suite lizenzieren oder Remote Help als eigenständiges Produkt kaufen.
Microsoft hat das geändert und die erweiterten Remote Help-Features in Microsoft 365 E5 aufgenommen. Damit gilt: Wer E5-Lizenzen im Einsatz hat, hat Remote Help nach aktuellem Stand bereits inklusive — ohne weiteren Aufpreis.
Die Lizenzfrage, die sich jetzt stellt
Genau hier lohnt die Prüfung: Zahlen Sie derzeit für ein Remote Help Add-on oder die Intune Suite — und haben gleichzeitig E5-Lizenzen im Einsatz? Dann ist es möglich, dass Sie für eine Funktion zahlen, die in der Basislizenz bereits enthalten ist.
Das ist keine triviale Frage. In größeren Umgebungen summieren sich Lizenz-Add-ons — und sie werden oft nicht aktiv bereinigt, wenn sich der Funktionsumfang der Basislizenz ändert.
Parallel dazu lohnt ein Blick auf freie Remote-Support-Tools, die in der Vergangenheit als pragmatischer Workaround entstanden sein mögen — TeamViewer, AnyDesk oder ähnliche. Diese Werkzeuge haben ihren Platz, aber wer sie nur wegen fehlender nativer Intune-Integration einsetzte, sollte die Alternative jetzt ernsthaft bewerten.
Drei konkrete Schritte
Ein Lizenz-Audit als erster Schritt: Welche Lizenzen laufen in Ihrer Umgebung? Welche davon sind E5? Haben Sie Remote Help oder die Intune Suite als Add-on aktiv?
Danach folgt der Funktionsabgleich: Was setzen Sie bislang für Remote-Support ein — und deckt Intune Remote Help Ihren Bedarf ab? Nicht jede Umgebung ist Intune-managed, nicht jeder Use Case passt. Wer Geräte außerhalb von Entra ID verwaltet oder häufig extern bei Kunden unterstützt, braucht gegebenenfalls eine ergänzende Lösung.
Wenn E5 und Intune-Verwaltung vorhanden sind: Remote Help muss im Intune Admin Center erst aktiviert und konfiguriert werden. Rollen-Zuweisung, Sitzungsprotokollierung und Berechtigungskonzept lassen sich granular einstellen. In den meisten Standardumgebungen ist der Einrichtungsaufwand überschaubar.
Quellen: msendpointmgr — „Intune Remote Help – The Deep Dive Now That It's Included In Your E5“ (https://msendpointmgr.com/2026/08/14/intune-remote-help-the-deep-dive-now-that-its-included-in-your-e5/)