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WID-SEC-2026-2914: Microsoft 365 Copilot legt Informationen offen — was Sie jetzt zum Patch-Status wissen sollten

von noxtec 3 Min. Lesezeit
WID-SEC-2026-2914: Microsoft 365 Copilot legt Informationen offen — was Sie jetzt zum Patch-Status wissen sollten

Copilot in Microsoft 365 hat in vielen Unternehmen Zugriff auf Mails, Dokumente und Chatverläufe — genau das macht eine neu gemeldete Schwachstelle brisant. Laut dem CERT-Bund-Advisory WID-SEC-2026-2914 kann ein entfernter Angreifer die Lücke ausnutzen, um Informationen offenzulegen, und zwar anonym: kein Login, kein Insiderwissen, kein Fuß in der Tür erforderlich.

Was ist passiert?

CERT-Bund hat das Advisory WID-SEC-2026-2914 als neue Meldung veröffentlicht und die Schwachstelle als „hoch“ eingestuft. Betroffen ist Microsoft 365 Copilot, die in Word, Excel, Outlook, Teams und weiteren Microsoft-365-Anwendungen integrierte KI-Assistenzfunktion. Nach Angaben des Advisorys genügt einem entfernten Angreifer der Zugriff auf den Dienst selbst — eine Authentifizierung gegenüber dem betroffenen System ist nicht erforderlich, um Informationen offenzulegen. Das unterscheidet diesen Fall von den meisten Sicherheitslücken, über die wir hier berichten: Es braucht kein gestohlenes Passwort, keine Phishing-Mail, keinen kompromittierten Endpunkt.

Was ist belegt?

Öffentlich bestätigt ist bislang: Die Schwachstelle betrifft Microsoft 365 Copilot, sie ist von einem entfernten Standort aus und ohne Anmeldung ausnutzbar, und CERT-Bund stuft sie als „hoch“ ein. Copilot bezieht seine Antworten typischerweise aus Inhalten, auf die der jeweilige Nutzer über Microsoft Graph Zugriff hat — SharePoint, Outlook, Teams-Chats eingeschlossen. Ob genau dieser Mechanismus der Hebel für die gemeldete Offenlegung ist, geht aus der bisherigen öffentlichen Beschreibung nicht hervor. Das ist an dieser Stelle Architektur-Kontext, keine bestätigte Ursache der konkreten Lücke.

Was ist derzeit unklar?

Weder eine CVE-Nummer noch ein CVSS-Wert sind derzeit öffentlich bekannt. Offen bleibt auch, über welchen konkreten Copilot-Kanal — Chat-Antworten, automatische Zusammenfassungen, Connector-Ergebnisse — die Offenlegung erfolgt, und welche Art von Informationen dabei konkret abfließen kann. Ebenso öffentlich bislang nicht unabhängig bestätigt: ob Microsoft die Lücke serverseitig bereits geschlossen hat und ob bereits eine Ausnutzung in freier Wildbahn beobachtet wurde.

Welche praktischen Auswirkungen ergeben sich?

Copilot läuft als cloud-gehosteter Dienst; einen Patch spielen Sie hier nicht selbst ein. Microsoft schließt serverseitige Lücken in der Regel ohne Kundenaktion. Was Sie trotzdem tun können: Prüfen Sie im Microsoft 365 Message Center, ob Microsoft zu WID-SEC-2026-2914 bereits eine Bestätigung oder einen Hinweis zum Behebungsstatus veröffentlicht hat.

Bemerkenswert an diesem Fall ist zudem, was er nicht adressiert. Da der Angreifer nach bisherigem Kenntnisstand keine Anmeldung benötigt, laufen klassische Schutzmechanismen wie Conditional Access, MFA oder Device Compliance hier ins Leere — sie greifen erst, sobald sich jemand am Tenant authentifizieren muss. Genau deshalb bleibt eine zweite Ebene wichtig, unabhängig vom Ausgang dieser konkreten Lücke: wie eng Sie Copilots Datenzugriff über Sensitivity Labels und Berechtigungen in SharePoint und Teams ohnehin schon begrenzt haben. Eine Absicherung auf dieser Ebene federt auch künftige Copilot-Schwachstellen ab, die wir heute noch nicht kennen.

Quellen: CERT-Bund — „Microsoft 365 Copilot: Schwachstelle ermöglicht Offenlegung von Informationen“ (https://wid.cert-bund.de/portal/wid/securityadvisory?name=WID-SEC-2026-2914)

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