Zurück zum Blog IT-Sicherheit

VMware schließt fünf Schwachstellen in acht Produkten — vCenter-Bypass bereits aktiv ausgenutzt

von noxtec 3 Min. Lesezeit
VMware schließt fünf Schwachstellen in acht Produkten — vCenter-Bypass bereits aktiv ausgenutzt

Fünf Schwachstellen, acht betroffene Produkte – und mindestens eine Lücke, die längst nicht mehr theoretisch ist: Sie wird nach Angaben der Quelle bereits aktiv ausgenutzt. Am schwersten wiegt eine Kombination zweier kritischer vCenter-Fehler: ein Authentifizierungs-Bypass, der einem Angreifer den Zugang öffnet, ohne dass ein gültiger Account oder Insiderwissen nötig ist, gepaart mit einer Directory-Traversal-Schwachstelle, über die sich aus dieser Position heraus Code auf dem Server ausführen lässt. Genau diese Verkettung – erst rein, dann Codeausführung – hebt den Fall über eine normale Patchmeldung hinaus.

Was ist passiert

VMware, die kommerzielle Virtualisierungsplattform von Broadcom, hat einen Sicherheitspatch veröffentlicht, der fünf Schwachstellen in insgesamt acht Produkten schließt. Zwei der Lücken sind als kritisch eingestuft und betreffen vCenter, die zentrale Verwaltungskomponente für VMware-Umgebungen: ein Authentifizierungs-Bypass sowie eine Directory-Traversal-Schwachstelle, die zu Remote Code Execution führen kann. Directory Traversal bedeutet im Kern, dass eine Anwendung Dateipfade nicht sauber prüft und ein Angreifer dadurch aus dem vorgesehenen Verzeichnis ausbrechen kann – kombiniert mit einer Möglichkeit zur Codeausführung wird aus einem Lesezugriff schnell die volle Kontrolle über den Server. Zu den übrigen drei Schwachstellen und den weiteren betroffenen Produkten liegen uns aus der vorliegenden Kurzmeldung keine Details vor.

Was ist belegt

Belegt ist: VMware hat den Patch veröffentlicht, zwei der fünf Lücken sind vCenter-spezifisch und kritisch eingestuft, und eine der insgesamt fünf Schwachstellen wird laut Quelle bereits aktiv ausgenutzt. Welche der fünf Lücken davon konkret betroffen ist, geht aus der vorliegenden Meldung nicht eindeutig hervor – naheliegend, aber nicht bestätigt, ist einer der beiden kritischen vCenter-Fehler.

Was ist derzeit unklar

Offen bleibt, wie die Ausnutzung in der Praxis abläuft – ob ein öffentlicher Exploit im Umlauf ist oder gezielte Angriffe beobachtet wurden – und welche der übrigen sechs betroffenen Produkte über vCenter hinaus konkret gepatcht werden mussten. Auch zum Schweregrad der drei nicht als kritisch eingestuften Lücken liegen derzeit keine weiteren Angaben vor.

Welche praktischen Auswirkungen ergeben sich

Wer vCenter betreibt, sollte den eigenen Patch-Stand jetzt gegen die Broadcom-Support-Advisory für die eigene VMware-Version prüfen – bei einer bereits ausgenutzten Lücke ist das nächste reguläre Wartungsfenster kein vertretbarer Zeitpunkt mehr. vCenter steht typischerweise zentral für ganze virtualisierte Infrastrukturen: Wer diese Verwaltungsebene kontrolliert, kontrolliert potenziell auch die darunterliegenden virtuellen Maschinen. Ein erfolgreicher Zugriff über den Authentifizierungs-Bypass wiegt entsprechend schwer, wenn er sich mit der zweiten Lücke zur Codeausführung verbinden lässt. Bis zur eigenen Versionsprüfung gilt: Zugriff auf die vCenter-Verwaltungsoberfläche so weit wie möglich einschränken, etwa über Netzwerksegmentierung oder eine VPN-Pflicht für das Management-Netz – gerade weil eine der Lücken keinen validen Account voraussetzt.

Quellen: Security-Insider — „VMware patcht fünf Schwachstellen in acht Produkten" (https://www.security-insider.de/vmware-kritische-vcenter-luecken-auth-bypass-rce-a-97695fcf2175fd68953b1e7a76957623/)

Fragen zu Ihrer IT?

Unser Team berät Sie unverbindlich zu IT-Outsourcing, Cloud-Hosting und IT-Sicherheit – persönlich und zum fairen Festpreis.

Jetzt anfragen
Individuelles Angebot