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Thunderbird wechselt zu Microsoft Graph — so migrieren Sie Ihre Exchange-Online-Konten

von noxtec 3 Min. Lesezeit
Thunderbird wechselt zu Microsoft Graph — so migrieren Sie Ihre Exchange-Online-Konten

Wer Microsoft-365-Postfächer per Thunderbird über die ältere Exchange-Web-Services-Schnittstelle eingebunden hat, kommt an einer manuellen Umstellung nicht vorbei. Das klingt nach einer Randnotiz für ein einzelnes Mail-Programm — und für die meisten Privatanwender ist es das auch, denn neue Konten bindet Thunderbird künftig automatisch über die passende Schnittstelle ein. Wer aber ein bestehendes Konto pflegt, muss selbst tätig werden. Und genau darin steckt ein größeres Signal, das über Thunderbird hinausreicht: Microsoft zieht sich Stück für Stück von der alten EWS-Schnittstelle zurück, Client für Client, Skript für Skript.

Was sich konkret ändert

Thunderbird sprach Microsoft-365-Postfächer bislang wahlweise über Exchange Web Services (EWS) oder die modernere Graph-API an. Mit der Umstellung wird Graph zur nativen, bevorzugten Anbindung. Für neu eingerichtete Konten läuft das im Hintergrund. Bestehende EWS-Konten übernimmt Thunderbird nicht automatisch — hier ist ein manueller Wechsel im Konten-Assistenten nötig, sonst bleibt die alte, absehbar auslaufende Anbindung aktiv, solange Microsoft sie noch bedient.

Warum Microsoft auf Graph statt auf EWS setzt

Graph ist die Schnittstelle, über die Microsoft mittlerweile den Großteil der M365-Integrationen führt: Kalender, Kontakte, Teams, SharePoint und eben Mail laufen dort über ein einheitliches, modernes Authentifizierungsmodell auf OAuth-Basis. EWS dagegen ist ein Auslaufmodell. Nach aktuellem Kenntnisstand hat Microsoft für die Schnittstelle in Exchange Online bereits eine Abschaltung angekündigt, auch wenn der genaue Zeitpunkt an dieser Stelle offenbleiben muss. Ein Vorbild dafür gibt es bereits: 2022 hat Microsoft die Basic Authentication für Exchange Online abgeschaltet und damit ganze Generationen älterer Mail-Clients und Skripte zur Umstellung gezwungen. Der EWS-Rückzug folgt demselben Muster.

Aus unserer Sicht ist das der richtige Zeitpunkt, nicht nur Thunderbird-Konten zu prüfen, sondern auch andere EWS-Altlasten im eigenen Haus: PowerShell-Skripte, selbstgebaute Mail-Automatisierungen, ältere Backup- oder Archivierungs-Tools, die noch gegen die alte Schnittstelle sprechen. Wer hier erst reagiert, wenn Microsoft die Schnittstelle tatsächlich abschaltet, migriert unter Zeitdruck statt in Ruhe.

Was Sie jetzt prüfen sollten

Gehen Sie durch, welche Thunderbird-Installationen in Ihrem Unternehmen noch EWS-Konten für Microsoft-365-Postfächer nutzen, und stellen Sie diese im Konten-Assistenten auf die Graph-Anbindung um. Ein Nebeneffekt: Da Graph auf modernen OAuth-Flows aufsetzt, lässt sich der Zugriff dabei sauber in Conditional-Access- und Gerätekonformitäts-Richtlinien einbinden, sofern Sie diese bereits nutzen — mit EWS und älteren Auth-Methoden war das nur eingeschränkt möglich. Werfen Sie parallel einen Blick auf eigene Skripte und Drittanwendungen, die EWS-Endpunkte ansprechen. Eine Bestandsaufnahme jetzt erspart eine hektische Migration, sobald Microsoft die Schnittstelle irgendwann tatsächlich abschaltet.

Quellen: heise online — „Thunderbird stellt Exchange Online auf Microsoft Graph um“ (https://www.heise.de/news/Thunderbird-stellt-Exchange-Online-auf-Microsoft-Graph-um-11439383.html)

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